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Was ist eigentlich Science Fiction?

Science Fiction oder SF kennen wir erst seit den 1920er Jahren als eigene literarische Gattung. Doch schon viel früher setzten sich die Menschen mit den potentiell gefährlichen Möglichkeiten technischen Fortschritts auseinander:

Die antike Daedalus-Sage erzählt davon, wie der Mensch sich wissenschaftliche Innovation zu Nutze macht – mit verheerendem Ausgang. Auch Mary Shelleys 1818 erschienenes Werk „Frankenstein“ gehört zur SF. Der Roman erzählt von einem Wissenschaftler, der mit technischen Mitteln einen künstlichen Menschen erschafft und darüber seine eigene Menschlichkeit verliert.

Der Literaturwissenschaftler Darko Suvin definiert zwei entscheidende Kriterien, die ein SF-Werk ausmachen:
1. Kognitive Verfremdung

Es muss eine Abweichung von der gewohnten Realität des Lesers existieren. Diese Abweichung kann von einer einzigen neuen Erfindung bis hin zu einer völlig veränderten Gesellschaftsordnung reichen

2. Ein Novum

Eine neue Erfindung, die die kognitive Verfremdung hervorruft. (Das könnte zum Beispiel ein Lichtschwert sein.) Diese Abweichung muss den Anschein erwecken, wissenschaftlich erklärbar zu sein (auch wenn Lichtschwerter mit unserem heutigen wissenschaftlichen Stand noch nicht erklärbar sind, werden sie nicht als magisch, sondern als fortgeschrittene Technologie präsentiert)

Punkt zwei dient dazu, SF von Fantasy zu unterscheiden, da Fantasy-Geschichten ebenfalls neue, dem Leser ungewohnte Welten, erschließen.

Andere Kritiker, wie z. B. Brian Aldiss, legen Wert auf ein drittes Kriterium:
3. Gesellschaftskritik

Die Beschreibung technischen Fortschritts hat immer eine gesellschaftskritische Dimension: Sie sagt etwas darüber aus, welche Ängste und Hoffnungen auf Fortschritt projiziert werden.

SF ist also immer auch an die Gegenwart gebunden, da sie z. B. die reale Angst vor einer atomaren Katastrophe unter dem Mantel der Fiktion ins Mainstream-Bewusstsein rückt.

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