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Science Fiction der Gatsby-Ära

gatsbyNicht erst seit der Verfilmung des Klassikers „The Great Gatsby“ von Scott F. Fitzgerald sind die Goldenen Zwanziger in aller Munde. Am Vorabend des zweiten Weltkriegs, als Mode, Kunst und Design von Opulenz und Überschwang bestimmt werden, abendliche Ausschweifungen die Tristesse des Alltags vertreiben und die Kleider und Accessoires der Damen derart luxuriös verziert sind, dass viele exotische Vogelrassen dem Aussterben nahe kommen, treibt auch die Literatur viele prächtige Blüten.

Science Fiction wird in den 20er Jahren populär.

In den Zwanzigern kommt erstmals der Begriff Science Fiction auf. Natürlich gab es auch vorher Zukunftsgeschichten, aber in dieser Zeit werden sie so populär, dass sie ein eigenständigen Genre bilden. Ob in Filmen, Romanheften, Radio oder in der Literatur – Zukunftsängste und Zukunftsvisionen sind allgegenwärtig. In Italien etwa etabliert sich der Futurismo, eine gesellschaftliche Bewegung, die den Fortschritt über alles stellt und einen Bruch mit der bestehenden Ordnung anstrebt. Zahlreiche technologische Innovationen und neue Geschwindigkeitsrekorde versprechen Großes, gleichzeitig lädt die fragil erscheinende Gegenwart zu teils düsteren, teils wilden Träumen ein.

Jules Verne

Viele Geschichten sind von dem französischen Autor inspiriert, der bereits 1905 verstarb. Mit seinen phantastischen Geschichten, die im Gegensatz zu vielen satirischen Zukunftsgeschichten aus jener Zeit stets wissenschaftliche Plausibilität suggerierten, erschloss er dem Menschen ganz neue Räume, ließ ihn zum Mond reisen oder in die Tiefen der Erde vorstoßen.

Edgar Rice Burroughs

Edgar Rice Burroughs beginnt 1917 seine Science-Fiction-Reihe “A Princess from Mars”. Der Held John Carter findet sich auf dem Mars wieder und gerät prompt zwischen die Fronten: Er wird zum Hoffnungsträger der Marsunruhen und verliebt sich in die schöne Prinzessin Deja Thoris. Die Geschichte wurde 2009 mit Talor Kitsch in der Hauptrolle verfilmt.

H. G. Wells

Wells ist ebenfalls ein populärer Schriftsteller, der eine Vielzahl von Zukunftsromanen schreibt, in denen er wichtige technologische Entwicklungen wie etwa die Atombombe vorwegnimmt. Seinen Geschichten liegen oft gesellschaftskritische Interessen zugrunde. Seine bekanntesten Werke sind “Krieg der Welten”, “Die Zeitmaschine”, “Die Insel des Dr. Moreau” und “Die ersten Menschen auf dem Mond”.

Charlotte Haldane

Die Autorin setzt sich ebenfalls mit Dystopie und Eugenik auseinander und thematisiert in ihrem Werk den Konflikt zwischen neuem und altem Frauenbild: auf der einen Seite das viktorianische Ideal der perfekten Mutter und Hausfrau und auf der anderen neue Lebensentwürfe, die den Einfluss von Frauen nicht mehr nur auf das häusliche Leben beschränken. Ihr erstes Buch „Man’s World“ erscheint bereits Jahre vor “Schöne Neue Welt” und beschreibt ebenfalls eine patriarchalische Zukunft, in der der weibliche Körper durch Eugenik strikten Gesellschaftsidealen unterworfen wird.

Aldous Huxley

Mit Aldous Huxley, der in „Schöne Neue Welt“ eindringlich die Effekte der Eugenik und der kulturellen und spirituellen Entfremdung des Menschen beschreibt, nimmt das relativ neue Genre der Science Fiction eine entscheidende Wendung: die Dystopie spielt nicht in einer fernen Welt, sondern im London der Zukunft und nimmt vorweg, was nach dem 2. Weltkrieg große Teile der Literatur bestimmen wird: eine düstere Sicht auf die Zukunft, geprägt vom Schrecken der Technik, die zu inhumanen Zwecken missbraucht wird.

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